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14.07.21

Etikettendrucker

Der Unterschied zwischen Thermodirektdruck und Thermotransferdruck

Professionelle Barcodesysteme sind heute aus den meisten Branchen nicht mehr wegzudenken. Sie werden in nahezu allen Bereichen eingesetzt, die in Handel und Industrie vorkommen. Dabei erleichtern sie die Logistik und Administration von Waren wesentlich und erlauben eine effiziente Kontrolle über sämtliche Abläufe.

Um Barcode- und andere Daten-Etiketten ausdrucken zu können ist dabei nicht nur ein geeigneter Etikettendrucker erforderlich, sondern auch eine Orientierung über die passende Druckvariante. Thermotransfer und Thermodirekt sind die beiden Alternativen, die hier zum Einsatz kommen. Die Entscheidung für ein geeignetes System hängt dabei in erster Linie vom späteren Einsatzzweck ab. Die Gemeinsamkeit besteht in der verwendeten thermischen Technologie, der Druck erfolgt über Hitze.

Der Etikettendrucker


Um Etiketten zu drucken, wird nicht nur eine Software für den eigentlichen Druck benötigt. Um sie überhaupt erstellen zu können, ist ein Drucker erforderlich, der den Text beziehungsweise den gewünschten Aufdruck auf das Papier aufbringt. Es ist für das gewählte Verfahren des Drucks zunächst nicht relevant, welcher Drucker verwendet wird. Ein Etikettendrucker verarbeitet allgemein sowohl Thermodirekt als auch Thermotransfer. Es sind die Etiketten beziehungsweise ihr Material, die darüber entscheiden, auf welche Weise der Aufdruck auf das Papier aufgebracht wird.

Im Etikettendrucker befindet sich ein Druckkopf. Dieser enthält spezielle als Dots bezeichnete kleinste Heizelemente. Sie erwärmen sich und sorgen für das eigentliche Bedrucken des Etiketts. Je nach dem gewünschten Verfahren für den Druck und dem verwendeten Papier für die Etiketten arbeitet der Drucker im weiteren Verlauf nun unterschiedlich. Beim Thermodirektdruck sorgt ausschließlich Wärme für den Druck, beim Thermotransferdruck kommt ein Farbband zum Einsatz, bei dem die Farbe durch die Wärme schmilzt und so auf dem Etikettenpapier sichtbar wird.

Das Thermodirektdruckverfahren

Dieses Verfahren kommt ohne die Verwendung eines Farbbands aus. Es wird ein sogenanntes thermosensitives Papier benötigt, bei dem der Druck ausschließlich über Wärme erfolgt.

Das Verfahren Thermodirekt

Die Thermoelemente innerhalb des Druckkopfs werden erhitzt. Die thermo-sensitiven Etiketten befinden sich auf einer Rolle, die gezielt an den erwärmten Elementen vorbeiläuft. Das spezielle Material der Etiketten sorgt dafür, dass eine Art chemischer Farbreaktion auf dem Papier erzeugt wird, die auf diese Weise das Druckbild sichtbar macht.

Die Vorteile des Verfahrens

Der größte Vorteil besteht in der kostengünstigeren Materialauswahl. Ohne den Einsatz von Farbbändern lässt sich das Drucken deutlich preiswerter gestalten. Darüber hinaus ist der Ablauf schneller als beim Transferdruck. Es gibt keine Farbe, die durch das Erwärmen erst geschmolzen werden muss, bevor sie auf dem Papier sichtbar wird.

Die Nachteile dieser Druckform

Als vergleichsweise nachteilig gilt die geringe Haltbarkeit der Drucke. Das Papier ist sehr empfindlich gegenüber Licht und auch Abrieb, sodass ein Verblassen des Aufdrucks bereits nach wenigen Monaten möglich ist. Auch ein völliges Verschwinden des Drucks ist nach einiger Zeit denkbar durch äußere Einflüsse. Dies stellt für den Gebrauch von Etiketten, die nicht nur für den kurzfristigen Einsatz erstellt wurden, ein Problem dar.

Einsatzmöglichkeiten für den Thermodirektdruck

Thermodirekt-Etiketten eignen sich ideal für alle Bereiche, in denen einerseits ein hoher Durchsatz an Etiketten gewünscht ist und andererseits eine längere Haltbarkeit nicht erforderlich ist. Typische Einsatzgebiete sind beispielsweise die klassischen Kassenbons beim Einkaufen, Versandaufkleber für Pakete und Päckchen, Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel oder auch Eintrittskarten ohne besonderes Sicherheitslabel.

Das Thermotransferdruckverfahren

Hier wird zusätzlich ein Farbband benötigt, das mit regulärer Tinte ausgestattet ist. Eine spezielle Beschichtung des bei den Etiketten verwendeten Papiers ist nicht erforderlich.

Das Verfahren Thermotransfer

Beim Druck von Thermotransfer-Etiketten mit einem Thermotransferdrucker ist die Wahl des verwendeten Papiers flexibel möglich. Es kann demnach sowohl beschichtet als auch unbeschichtet sein. Das verwendete Farbband sorgt dafür, dass jede Art von Papier bedruckt werden kann. Die Thermoelemente im Drucker ermöglichen, dass die Farbe im Farbband erwärmt wird und schmilzt. Sie wird mit hoher Druckgeschwindigkeit auf das Etikett aufgebracht. Nach dem Abkühlen haftet sie fest am Papier an.

Die Vorteile der Druckvariante

Besonders die lange Haltbarkeit der Farbe auf Etiketten, die mit einem Thermotransferdrucker hergestellt wurden, spricht für Thermotransfer. Wird darüber hinaus auf Druckköpfe mit hoher Auflösung geachtet (bis zu 600 dpi), so werden selbst kleinste Daten gestochen scharf abgebildet. Durch die zusätzliche Verwendung des Farbbands in Kombination mit einem beschichteten Papier weist ein Thermotransferdruck ein hohes Maß an Licht- und Temperaturbeständigkeit aus und ist auch deutlich weniger anfällig in Bezug auf Abrieb und Feuchtigkeit.

Nachteiliges bei dieser Anwendung

Die Arbeitsweise ist etwas zeitintensiver aufgrund der erforderlichen Dauer des Schmelzens der Druckfarbe. Auch lassen sich in der Regel nur einfarbige Etiketten sowie Raster und auch zweifarbige Piktogramme drucken. Mehrfarbige Fotografien sind hiermit nicht umsetzbar.

Ein weiterer Aspekt sind die vergleichsweise kostspieligen Materialkosten, sowohl beim Farbband-Einsatz als auch für das spezielle Etiketten-Papier.

Einsatzmöglichkeiten für den Thermotransferdruck

Die bestmögliche Nutzung sind Barcode-Etiketten für den Einsatz von Barcodescannern. Hier ist im Vergleich der Thermodirektdruck weniger gut geeignet, weil die Qualität des Drucks schlechter ist und entsprechend häufig zu Fehlern beim Einsatz von Barcodescannern führt. Generell kommen Thermotransferdrucker vorrangig immer dann zum Einsatz, wenn eine besonders lange Haltbarkeit des Etiketts sichergestellt werden muss. Das ist beispielsweise im Zusammenhang mit einer Produkthaftung der Fall und außerdem im Outdoor-Bereich.

Entsprechend geeignete Einsatzfelder sind beispielsweise alle Arten von Logistik-Etiketten, etwa im Bereich Transport. Auch Lebensmittelkennzeichnungen werden bevorzugt mit Thermotransferdruck erstellt, weiterhin Etiketten, bei denen eine Rückverfolgung oder eine Identifizierung der Ware sichergestellt werden müssen.

Schnelltest zum Erkennen des Unterschieds

Wer ein Etikett vor sich liegen hat und selbst herausfinden möchte, mit welchem Verfahren es bedruckt wurde, kann hier einen ganz simplen, aber sehr effektiven Test vornehmen. Ein einfaches Kratzen mit dem Fingernagel gibt sofort Aufschluss. Ein Etikett, das dadurch einen schwarzen Strich auf dem Papier aufweist, wurde mit dem Thermodirekt-Verfahren bedruckt. Die Unterschiede zum Thermotransfer sind auf diese Weise sofort erkennbar.

Die richtige Wahl

Nicht immer fällt es leicht, sich für das passende Produkt zu entscheiden. Häufig ist unklar, welche Technologie sinnvoll ist und wie gut ein Scanner den gewünschten Barcode auch tatsächlich lesen kann.

Gerade bei Barcode-Etiketten, die mit Abstand am häufigsten mit den beiden Druckverfahren verwendet werden, kommt es wesentlich auch auf die beiden unterschiedlichen Techniken an, die beim Druck der Etiketten verwendet werden. Hierbei ist einerseits von einem Zaundruck und andererseits von einem Leiterdruck die Rede.

Die Variante Leiterdruck sorgt für einen Barcode mit einem vertikalen Druckbild. Die einzelnen Striche sind auf dem Etikett in horizontaler Verlaufsrichtung angeordnet. Diese Option ist besonders sinnvoll, wenn möglichst viel Platz eingespart werden soll, beispielsweise zum Aufbringen auf eine Umverpackung. Beim Zaundruck ist ein exakter und sehr sauberer Druck erforderlich, der nicht verschmiert ist, da ansonsten das Lesen des Barcodes durch den Scanner häufig nicht richtig umgesetzt werden kann.

Bei der Option Zaundruck erfolgt der Druck auf dem Etikett in Form eines horizontal verlaufenden Codes zusammen mit vertikal angeordneten Strichen. Die Genauigkeit beim Einscannen wird hierbei wesentlich erleichtert, und Verwischungen, die zu Problemen beim Einlesen führen könnten, sind so gut wie nicht vorhanden.

Zwei wichtige Hinweise zum Schluss

Drucker, die für das Drucken nach dem Thermotransfer-Prinzip geeignet sind, können so gut wie immer auch Thermodirektdruck-Etiketten erstellen. Umgekehrt können jedoch mit dem Thermodirekt-Verfahren keine Thermotransferetiketten gedruckt werden.

Das Material der Etiketten, die mit einem Thermodrucker bedruckt werden sollen, ist nicht ewig haltbar. Als Faustregel gilt eine maximale Lagerungszeit von etwa zwei Jahren. Der Lagerungsort sollte nach Möglichkeit dunkel und nicht zu warm sein.